Worte: Matt Medendorp
Fotos: Matthew Tangeman
Nordarizona ist zum Laufen gemacht. Von den legendären Höhentrainingsgeländen Flagstaffs bis zu den rotfelsgesäumten Canyontrails Sedonas brennt die Laufkultur dort, wo sich die Sonora-Wüste und der Coconino National Forest begegnen, mit lebendiger Intensität.
Die Region ist auch ein Hotspot für Ultras: Vom Cocodona 250 bis zum Javelina 100 strömen Ultraläufer unter Arizonas blauem Himmel auf Wüstenpfade, um sich selbst, ihre Grenzen und natürlich ihre Schuhe auf die Probe zu stellen.

Vor diesem Hintergrund versammelten wir ein Team aus Mount to Coast Athleten, Markenvertretern und Journalisten, um einige Tage im Oktober-Sonnenschein Arizonas auf einem bewussten Lauf-Retreat zu verbringen. Unser Ziel war es nicht unbedingt, Ultradistanzen zu bewältigen – die Teilnehmer kamen aus einem breiten Leistungsspektrum, vom Gelegenheitsläufer beim Nachbarschafts-5k bis hin zu einem Olympioniken –, sondern den Geist der Ultras zu leben: Distanz zu transzendieren und sich auf die mentalen und physischen Vorteile des Laufens zu konzentrieren. Wir stellten ein Programm zusammen, das auf achtsames Laufen, gezieltes Regenerieren und die dafür notwendige Ausrüstung und Innovation ausgerichtet war.
Unser Basislager für das Retreat war das Wilde Resort and Spa: eine Hoteloase, eingebettet in West Sedona und eindrucksvoll kontrastiert von einer Kulisse aus Sandsteinfelsen und dem alltäglichen Stadtleben – ein Ort, an dem das Gewöhnliche auf außergewöhnliche Aussichten trifft und sich Kristallvortizes mit malerischen Straßen zu einem surrealen Gesamtbild vereinen.
TAG EINS: Roter Fels und Asphalt
Erster Schritt: die Technologie kennenlernen. Nach der Ankunft im Wilde und der Erholung von der Anreise vom Vortag – die einen mit einem frühmorgendlichen Einlaufen, die anderen mit einem wohlverdienten Ausschlafen – führten Mount to Coast US Country Manager Doug Rosenberg und Head of Product Yeti Zhang die Teilnehmer durch die Kernphilosophie und Technologie der Mount to Coast-Schuhe. Dabei tauchten sie tief in die Vorteile des superkritischen Schäumens ein (weniger Abfall, leichtere Schuhe, bessere Produkte), präsentierten das aus dem Formel-1-Rennsport abgeleitete ZeroSag-Material und gaben Einblicke in die künftigen Pläne und Produkte der Marke.


Mount to Coast Athlet Ben Blankenship brachte seine viel geliebten R1s mit – sein erstes Trainingspaar hatte über 800 Meilen harten Einsatz hinter sich, bevor es vom Mount to Coast Produktteam für Haltbarkeitstests zurückgefordert wurde.
Nachdem wir die Mittagshitze abgewartet hatten – und einige von uns die hervorragenden Sportrehabilitationsmassagen im angeschlossenen Spa des Wilde in Anspruch genommen hatten – brannten wir darauf, die technischen Eigenschaften von R1 und S1 zu testen. Sedona bietet dafür beste Voraussetzungen. Eine abgelegene Straße am Rande des Coconino National Forest bot ein ideales Testgelände, flexible Streckenlängen und Sonnenuntergänge wie aus einem Aquarellgemälde.

Der Lauf begann als Gruppe – das Team plauderte entspannt und warmte sich auf hügeligen Straßen auf, passierte Trailköpfe und Offroad-Jeeppisten und blieb zunächst auf dem Asphalt. Das klare Weiß der neuen R1- und S1-Colorways stach im kontrastreichen Licht der Hochüste heraus – frisch, makellos und eindrucksvoll.

Doch dem Ruf von Sedonas rotem Staub konnten wir nicht widerstehen. Die Gruppe schwärmte bald auf ungeplante Trailläufe aus und testete Mount to Coasts Straßenschuhe auf Untergrund, für den sie nicht ganz gedacht waren. Wir bewegten uns zwar jenseits des eigentlichen Einsatzbereichs des straßenorientierten R1, schafften es aber trotzdem bis zur Spitze der berühmten Devil's Bridge, stellten uns geduldig in die Schlange für die Überquerung des Felsbogens und rasten auf einem rasanten Abschnitt bergab zurück zum Van – gerade noch rechtzeitig, um im schwindenden Licht mit den zwischenzeitlich versprengten Begleitern wieder zusammenzutreffen.

Den Abend ließen wir im Mariposa ausklingen, einem lateinamerikanischen Grill mit spektakulärem Ausblick, den die Dunkelheit uns leider vorenthielt – die Pilz-Empanadas hingegen ließen wir uns ungeachtet der Lichtverhältnisse bestens schmecken.

TAG ZWEI: Höhentraining
Wer in Nordarizona läuft, kommt an Flagstaff nicht vorbei. Die Bergstadt, Heimat der NAU Lumberjacks, deren Cross-Country-Team sechs der letzten acht NCAA National Titles gewonnen hat, ist ein Mekka für Eliteläufer – und liegt auf 2.286 Metern über dem Meeresspiegel.

Nach der kurvenreichen Fahrt durch den Oak Creek Canyon, gestärkt durch Zimtchurro-Donuts von Tourist Home (wir haben die frühmorgendliche Auswahl leergekauft – Entschuldigung an alle anderen Kunden) bezogen wir den Buffalo Park als Startpunkt unseres Morgenruns. Die Kalksteinwege boten ideale Testbedingungen für die R1, S1 und P1, die unsere Läufer gewählt hatten. Wie schon am Vortag startete die Gruppe gemeinsam, tauschte sich beim Einlaufen über zwei Meilen aus und teilte sich dann je nach persönlichem Trainingsplan in verschiedene Pacegruppen für längere Einheiten oder kürzere Sprints auf.
R1s auf langen Läufen

Anschließend eilten wir zurück nach Sedona für einen virtuellen Vortrag mit Ultraläufer Pete Ripmaster. Pete ist Sieger des Iditarod Trail Invitational (ITI) 1000 von 2018 – einem 1.000-Meilen-Fußrennen durch die rauen Winterbedingungen der alaskischen Wildnis. Derzeit verfolgt er das Ziel, als erster Mensch in jedem US-Bundesstaat 100 Meilen zu laufen und dabei 50.000 Dollar für das Owl Research Institute zu sammeln.
Pete sprach über die mentale Stärke und Ausdauer, die es braucht, um diese Disziplin auf so beeindruckendem Niveau zu betreiben – und wie eben diese mentale Stärke ihm und seiner Familie geholfen hat, die Verwüstungen durch Hurrikan Helene in ihrer Heimatstadt Asheville, NC, zu bewältigen.
Von Petes Vortrag inspiriert, wechselte das Team in eine Breathwork- und Sound-Healing-Session, geleitet vom Spa des Wilde, mit Fokus auf die mentale Stärke und innere Ehrlichkeit, die das Ultra-Laufen verlangt. Ein Teil von uns kanalisierte diese Energie in einen zweiten Lauf des Tages, während andere sich einen wohlverdienten Nachmittagsschlaf gönnten. Mentale Selbstfürsorge hat viele Gesichter.
Mount to Coast Athlet Ben Blankenship absolviert seine spätnachmittäglichen Trainingskilometer
Das Abschiedsessen am letzten Abend hatte eine leicht wehmütige Note – bei üppigen Risottotellern als post-run Carb-Loading im abgelegenen Junipine. An einem großen Tisch, umgeben von neuen Freunden, sprachen wir über Laufziele für den Rest des Jahres und darüber hinaus. Beflügelt von den zurückgelegten Kilometern und den ausgetauschten Geschichten nahmen wir uns vor, professionelles Coaching auszuprobieren, Halbmarathon-Bestzeiten zu brechen, uns für 50-km-Läufe anzumelden – und uns nächstes Jahr wieder zu treffen, um das alles von vorn zu erleben.
